Es ist wieder Oktober und das bedeutet, dass nicht nur der Herbst vor der Tür steht, sondern auch die neuen Erstsemester. Nachdem wir im Rahmen der ESE-Woche beim Markt der Möglichkeiten zusammen mit Spätverkehr schon kräftig die Werbetrommel für die listigen Vereinigungen gerührt haben und natürlich auch wieder bei der Stadtrallye mit einem Spiel vertreten waren, gilt es nun auch in der Praxis zu überzeugen. Also sind wir wieder mit einer Alternativen Abreise von der Ersti-Hütte dabei, um alle Interessierten für das Reisen mit der Verkehrten Welt zu begeistern. Dafür haben wir wieder ein Tagesprogramm mit vielen Highlights im grenznahen Bereich zusammengestellt.
Man trifft sich morgens nach dem Frühstück in Bad Schandau. Nachdem die Abreise von Ersti-Hütte im Jahr zuvor zwar mit acht Teilnehmern, aber ohne Erstis stattfand, freuen wir uns jetzt, drei neue Gesichter begrüßen zu dürfen. Nach einer kurzen Fahrt mit der SEV-Fähre warten wir auf den SEV-Bus ins gelobte Land. In Děčín am Bahnsteig wartet der Rychlík Labe und wir machen es uns im Achterabteil für eine Station gemütlich. In Ústí nad Labem steht die erste Trainingseinheit auf dem Programm: Die Umsteigezeit nutzen, um sich bei BILLA zu verpflegen. Keine 20 Minuten später sitzen wir mit Kofola in der U1 Richtung Teplice. Auch auf dieser Linie erwischen wir wieder ein Fahrzeug vom VEB Waggonbau Bautzen, diesmal in Form von „Honeckers Rache“, den Mitteleinstiegswagen. In Teplice erfahren wir leider durch die Anzeigetafel, dass uns auf der Strecke nach Lovosice nicht nur der mittlerweile schon zur Dauerlösung gewordene SEV erwarten würde, sondern auch 90 Minuten Verspätung. Also gehen wir zu Plan B über und fahren zwei Stationen zurück. Hier in Krupka wartet dann die zweite authentische Verkehrte-Welt-Experience, der Transfer zwischen zwei benachbarten Stationen bei mäßigem Wetter.
Als Belohnung winkt die Fahrt mit der Retro-Brotbüchse von KŽC auf der Ziegenbahn in den Ausläufern des Elbsandsteingebirges zurück nach Děčín. Da die U28 immer noch nicht fährt, wartet eine weitere Besonderheit auf uns: Eine ČD-Brotbüchse pendelt im Elbtal nach Dolní Žleb. Anstatt wieder nach Děčín zurückzufahren, wagen wir das Experiment, vor Ort nach einer Gelegenheit zum Abendessen zu suchen. Laut Karte sollen mehrere Gaststätten geöffnet sein. In der Nacht zum Sonntag wurden die Uhren umgestellt und so ist es um fünf Uhr am Elberadweg schon recht dunkel und kühl – keine anderen Touristen weit und breit. Und so überrascht es wenig, dass die Gaststätten, die wir abklappern, doch nicht geöffnet haben. Letzte Chance: das Gasthaus, das am weitesten vom Radweg entfernt liegt. Und wir haben Glück, bei U Kosti brennt noch Licht und man nimmt uns gerne auf. So können wir den Ausflug mit böhmischen Spezialitäten in gemütlicher Atmosphäre abrunden. Mittlerweile sind auch die Bauarbeiten im Elbtal so weit beendet und wir treten mit U28 und S1 die Rückfahrt nach Dresden an.
(Text: Ernst)



