6. Treffen europäischer Verkehrsstudenten in Zilina

Am Dienstagabend, dem 10.06.2008, startete unsere Reise im Dresdner Hauptbahnhof mit dem Ziel der 6. Konferenz europäischer Verkehrsstudenten vor Augen. Wir, als Repräsentanten der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“, waren auf der Suche nach weiteren Verkehrswissenschaftlern sowie interessanten Vorträgen zum Thema Verkehr.

Die Zugfahrt brachte uns durch die Nacht über Prag in den Nordwesten der Slowakei zum kulturellen uns industriellen Zentrum dieser Region nach Zilina. Zilina ist mit ~85.000 Einwohnern eine der größten Städte der Slowakei und liegt idyllisch im Tal des Flusses Vah zwischen den Bergrücken der Gebirge Mala Fatra und anderen.

Die „Faculty of Operation an Economics of Transport and Communcation“ der Universität Zilina war Gastgeber der Konferenz mit dem diesjährigen Motto „Transport modal split as economic indicator“, welches von den zahlreichen Teilnehmern, hauptsächlich aus den Ländern des Balkans sowie aus dem Osten Europas, unterschiedlich interpretiert wurde.

Die Konferenz begann nach den Eröffnungsreden mit der Präsentation der Stadt sowie der Universität Zilina. Der Campus der Universität liegt südöstlich etwas außerhalb der Stadt, und der Rundgang bot uns einen interessanten Einblick in diese Ausbildungsstätte sowie den Laboratorien, bspw. den Versuchsstand für Bremsen bei Schienenfahrzeugen, das Eisenbahnbetriebslabor oder die Ausbildungswerkstatt für Kraftfahrzeuge. Im zweiten Teil der Konferenz konnten wir die Präsentationen der jeweiligen Universität zum Hauptthema genießen. Interessanterweise gibt es in Europa eine Vielzahl von Universitäten, die sich ausschließlich mit Problemstellungen des Verkehrswesens beschäftigen. Dementsprechend groß war die Bandbreite der einzelnen Vortragsthemen. Angefangen mit einer Präsentation über das serbische elektronische Mauteinnahmesystem über Ansichten zum Stadtverkehr in Hanoi oder zur Parkraumbewirtschaftung im inneren Ring von Skopje wurden zahlreiche Themengebiete beleuchtet. Es wurde deutlich, dass Verkehrswissenschaftler verschiedener Länder ähnlichen Problemstellungen gegenüber stehen und genug Arbeit für die Zukunft bleibt, um alle Fragestellungen zu lösen.Treffen in Zilina

Neben den Präsentationen sah das Programm auch weitere kleine Höhepunkte vor. Dazu gehörte einerseits die Besichtigung des KIA Werkes, welches seit 2006 für den europäischen Markt den KIA Sportage produziert. KIA Motors Slovakia hat sein Werk cirka fünf Kilometer außerhalb von Zilina errichtet, ist mittlerweile bedeutender Arbeitgeber der Region und trägt damit zum Aufschwung der Stadt Zilina bei. Anderseits fand eine Exkursion zum Flughafen Zilina statt. Wir besuchten dort das zur Universität gehörende Ausbildungszentrum für werdende Piloten sowie das Terminal. Allerdings beläuft sich der planmäßige Flugverkehr auf lediglich zwei Flügen pro Tag jeweils von und nach Prag. Auf der 1.200 Meter langen Start- und Landebahn können Flugzeuge mit einer Kapazität von bis zu 60 Fluggästen starten und landen.

Neben dem geführten Stadtrundgang mit der Stadtgeschichte, dem historischen Zentrum mit Marienplatz und Rathaus sowie der Pfarrkirche der Heiligsten Dreifaltigkeit, konnten wir zudem ein bisschen Eisenbahnromantik bei der Waldbahn in Vychylovka genießen. Diese Schmalspurbahn mit Dampflokomotive und einer Spurweite von 760 mm diente früher dem Transport von Holz aus dem Wald und wird heute auf einem kleinen Abschnitt touristisch genutzt, der durch das Freilichtmuseum mit typischen Gebäuden der Region führt.

Ein weiterer Ausflug führte uns nach Strecno, wo die Wahl zwischen einer historischen Floßfahrt auf der Váh oder einen Ausflug zur Burg Strecno stand. Die Gruppe hatte sich demzufolge geteilt und während die Floßfahrer nasse Füße bekamen, konnte der andere Teil bei bestem Wetter die wunderbare Aussicht sowie die Burgruinen genießen. Ausklingen konnte die Konferenz bei einem gemeinsamen Grillen bei bestem kühlen slowakischen Bier und Kesselgulasch in Strecno. Für uns endete diese Reise am Samstagabend nach dem Grillen mit der Abfahrt unseres Nachtzuges in Richtung Deutschland.

Die vier Tage in Zilina waren sehr aufschluss- und erlebnisreich, sodass eine Teilnahme unserer Fakultät an der 7. Konferenz im nächsten Jahr nichts im Wege steht. Dankend erwähnt sei der Stura sowie der FSR Verkehr, die gern bereit waren einen Teil der Kosten für die Reisenden zu übernehmen. Selbstverständlich gilt der größte Dank den Organisatoren der Konferenz, die ausgezeichnete Arbeit geleistet haben und somit die Konferenz zu einem rundum schönen Ereignis gemacht haben.

Michael Neubert

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